In acht Bänden gelangte diese Ausgabe 1858–71 zu der Veröffentlichung .
2.2 Vorgeschichte der Edition (1858–1928)
1 Vorgeschichte der Edition (1858–1928)
Die Kepler Gesammelten Werke (KGW) sind die zweite Edition der Werke Keplers. Die erste gab Christian Frisch heraus; die zweite plante Walther von Dyck. Ihre Vorgeschichte hat Max Caspar selbst in der Einleitung zum ersten Band der KGW dargestellt (KGW 1, S. VII–XII). Dieser Abschnitt folgt ihr und nennt, wo sie von anderen Quellen abweicht.
1.1 Frischs Opera omnia (1858–1871)
Frisch stützte seine Edition auf die Pulkowoer Handschriften, die ab 1850 durch Vermittlung der russischen Gesandten am württembergischen Hof nach Stuttgart ausgeliehen wurden (KGW 22, S. 524). Die Edition erschien „in acht Bänden … 1858–71“ (KGW 1, S. VII). Caspar erkennt sie als Grundlage der späteren Arbeit an und nennt zugleich „inhaltliche und formelle Mängel“ (KGW 1, S. VIII). Für den Briefwechsel wird er genauer: Frisch habe die Briefe an Kepler „nur auszugsweise“ wiedergegeben und die Briefe Keplers „zumeist auseinandergerissen“, um sie in seinen Einleitungen unterzubringen (KGW 1, S. XI). Daraus leitet Caspar das Ziel der neuen Edition ab: „zum erstenmal eine möglichst lückenlose chronologische Darstellung des ungemein reichen Briefmaterials“ (KGW 1, S. XI).
1.2 Walther von Dyck: Nova Kepleriana und der Bericht von 1914
Nach Caspar reifte der Plan einer neuen Edition in Walther von Dyck, Professor an der Technischen Hochschule München (KGW 1, S. VIII). Dyck veröffentlichte ab 1910 in den Abhandlungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften aufgefundene Stücke unter dem Titel „Nova Kepleriana“ und legte im Mai 1914 auf der Wiener Tagung des Verbands deutscher wissenschaftlicher Körperschaften einen Bericht „über die Frage einer etwaigen Neuausgabe der Werke von Johannes Kepler“ vor, in dem er auf Schriften hinwies, „die Frisch entgangen waren“ (KGW 1, S. VIII). Der Erste Weltkrieg und die Nachkriegszeit unterbrachen diese Arbeit (KGW 1, S. VIII).
Die biographische Literatur zu Dyck setzt den Beginn seiner Vorbereitungen an der Akademie auf 1906; diese Angabe ist für die vorliegende Publikation noch an Hashagens Dyck-Biographie zu prüfen (Lücke). Belegt sind durch Caspar die Jahre 1910 und 1914.
1.3 Dycks Sammlung von Photokopien
1926 schloss sich Caspar, der Hauptwerke Keplers ins Deutsche übersetzt hatte, mit Dyck „zu gemeinsamer Arbeit“ zusammen (KGW 1, S. VIII). Dyck legte eine „Sammlung von Fotokopien aller Keplerhandschriften an, die er erreichen konnte“: den Nachlass aus Pulkowo und Handschriften „hauptsächlich aus München, Stuttgart, Tübingen, Wien, Graz, Wolfenbüttel, Paris, Oxford“, zusammen „über 12000 Blätter“ (KGW 1, S. IX). Die Mittel stellten die Deutsche Forschungsgemeinschaft und „rheinische Industriekreise“ zur Verfügung (KGW 1, S. IX). Der Handschriftenkatalog datiert die Reproduktion der Nachlassbände auf 1928–1934 und nennt sie „eine unentbehrliche Arbeitsgrundlage“ der Edition (KGW 22, S. 524).
Wie die Reproduktionen aus Pulkowo nach München kamen, zeigen die Münchner Kepleriana; davon handelt Abschnitt 2.3.
Die Sätze aus Caspars Einleitung zu KGW 1 (S. VII–XII) über Frischs Edition, Dycks Bericht von 1914, die Nova Kepleriana, Dycks Photokopien und den Beginn der Edition 1937. Der Index `pidx` 5–10 entspricht den Seiten VII–XII; die Seite X ist im Korpus nicht erfasst.
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Die Sätze aus Caspars Einleitung zu KGW 1 (S. VII–XII) über Frischs Edition,
Dycks Bericht von 1914, die Nova Kepleriana, Dycks Photokopien und den Beginn
der Edition 1937. Der Index `pidx` 5–10 entspricht den Seiten VII–XII; die
Seite X ist im Korpus nicht erfasst.5 Sätze.
bestandenBereits in dem Mai 1914 hat er auf der Wiener Tagung des Verbands deutscher wissenschaftlicher Körperschaften einen Bericht über die Frage einer etwaigen Neuausgabe der Werke von Johannes Kepler vorgelegt , in dem er auf eine Reihe von Schriften Keplers hinweisen konnte , die er wieder aufgefunden hatte und die Frisch entgangen waren .
Zu der Vorbereitung der neuen Ausgabe stellte er jahrelang in zahlreichen Bibliotheken und Archiven planmäßige Nachforschungen an und begann das aufgefundene Material in einer Schriftenreihe „ Nova Kepleriana " schon von dem Jahre 1910 an in den Abhandlungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu veröffentlichen .
Die ganze Sammlung umfaßt über 12000 Blätter .
B ereits in dem Herbst 1937 ist die neue Ausgabe mit der Veröffentlichung des III .