3.3 Die Münchner Kepleriana
1 Die Münchner Kepleriana
Münchner Kepleriana nennen wir die acht Dokumente mit 102 Photographien, die beim Ortstermin „Kepleriana: mögliches Projekt“ an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften am 14. März 2024 entstanden (Block klassen-je-dokument). Dieser Abschnitt beschreibt, was sie enthalten, woher die photographierten Vorlagen stammen, soweit das bekannt ist, und was die Prüfung ihrer Transkriptionen ergeben hat. Teil 4 gibt sie als Faksimile-Edition wieder.
1.1 Herkunft
Gesichert sind Tag und Anlass der Photographien; wer die Register angelegt hat und in welchem Bestand der Akademie Register und Briefe liegen, ist offen und bei der Akademie zu erfragen (Quellenstand, Nr. 1). Die Briefe tragen Blattzahlen einer Akte: Der Brief aus Pulkowo vom Frühjahr 1935 hat im Kopf die Zählung „Bl. 248 / 189 / 173“ (Dok. 3, S. 12). Die letzte Zahl ist die Nummer des Registereintrags, unter dem der Brief verzeichnet ist; Eintrag 173 führt ihn unter dem 05.08.1935 als „Anmahnung von 2 Bänden Kepler-HS“ des Direktors der Sternwarte (Dok. 1, S. 15). Register und Briefe gehörten demnach zu derselben Registratur der Kepler-Arbeitsstelle. Unterschrieben hat der Direktor der Sternwarte, B. P. Gerasimović; die Initialen sind unsicher gelesen (Dok. 3, S. 12).
Anders steht es mit den Briefen Keplers an Philipp Müller (Dok. 6–8). Die Münchner Blätter sind Reproduktionen mit Begleitblättern. Die Ausfertigungen liegen in der Historical Society of Pennsylvania in Philadelphia: KGW 18, Nr. 1120 (Sagan, 4. Januar 1630) in der Gratz Collection, case 12, box 9, und KGW 18, Nr. 1122 (Sagan, 16./26. Januar 1630) in der Dreer Collection, Astronomers v. 2, fol. 19 (KGW 22, S. 683). Die Begleitblätter nennen dieselben Sammlungen und einen Film als Geschenk von O. Gingerich vom Januar 1977 (Dok. 7, S. 1 und 3; Dok. 8, S. 1). KGW 18 druckte beide Briefe nach Abschriften in Paris (KGW 18, S. 414 und 416).
1.2 Bestand
Die 102 Seiten verteilen sich auf drei Schriftarten: 60 maschinenschriftliche Seiten, 41 handschriftliche Seiten und ein Druck (Block klassen-je-dokument).
- Register der Korrespondenzeingänge. Dok. 2, S. 12–16 enthält die Einträge 1 bis 46 (1927–1933), Dok. 1 die Einträge 37 bis 213 (1932–1935); Dok. 2, S. 16 und Dok. 1, S. 1 zeigen dieselbe Registerseite. Vorangestellt ist ein Titelblatt mit der maschinenschriftlichen Aufschrift „KORRESPONDENZ MAX CASPAR 1927 - 1935“; von Hand ist „Eingänge“ darübergesetzt und die letzte Ziffer mit einer 4 überschrieben (Dok. 2, S. 10). Die Nummer 129 fehlt im Typoskript; die Daten der Einträge 61 („14.05.92“) und 62 („12.06.32“) unterbrechen die Folge und sind als unsicher markiert; Dok. 1, S. 2 und 3 zeigen dieselbe Registerseite zweimal. Abschnitt 2.3 erzählt die Gründungsgeschichte aus diesen Einträgen.
- Briefe an die Kepler-Arbeitsstelle, 1928–1935. Walther von Dyck an Max Caspar, 1. März 1928 (Dok. 2, S. 11), und 22. November 1932 (Dok. 5, S. 1). Dok. 3 sammelt die Eingänge des Jahres 1935: den Bericht Georg Fabers an den Vorsitzenden und die Mitglieder der Kepler-Kommission vom 30. April 1935 (S. 1–3), Angebote des Pariser Antiquariats Émile Offenbacher (9. Mai und
- September 1935; S. 7 und 19), Schreiben der Deutschen Mathematikervereinigung (S. 8), des H. Miller Verlags (S. 9), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (5. Juni 1935; S. 10), des Propyläen-Verlags (5. August 1935; S. 13) und des Bundes der Sternfreunde (S. 24–27), die Briefe aus Pulkowo (S. 12, 14–17 und 20) und einen Brief Franz Hammers aus Stuttgart vom
- Oktober 1935, der zweimal photographiert ist (S. 21–22) und die Bleistiftnummer seines Registereintrags 193 trägt (Dok. 1, S. 18).
- Caspars Ausgang 1935 und Briefe von 1941. Dok. 4 enthält Caspars Brief an Eduard Schwartz vom 27. Juni 1935, die Briefe von Faust an Erich Schoenberg und von Franz Hammer an Caspar aus dem Jahr 1941 (Abschnitt 2.4) und ein Schreiben der Deutschen Forschungsgemeinschaft vom 28. Oktober 1941 (Dok. 4, S. 23).
- Photostats der Korrespondenz Keplers mit der Universität Tübingen. Dok. 4, S. 24–32 enthält Photostats mit weißer Schrift auf schwarzem Grund und zwei Begleitblätter. Sie nennen Keplers Brief an Rektor und Senat vom 12. Dezember 1604 und die Antwort des Senats vom 26. Januar 1605 (Dok. 4, S. 24 und 30). KGW 15 druckt beide Briefe als Nr. 304 und Nr. 324 (KGW 15, S. 70 f. und 144). Das Begleitblatt zum Brief von 1604 verweist mit Bleistift auf „KGW 14, S. 70 f.“ (Dok. 4, S. 24); die Seitenzahl stimmt, der Band ist KGW 15. Weitere Photostats (Dok. 4, S. 3–10 und 21–22) haben ungeprüfte Lesungen und werden hier nicht beschrieben.
- Kepler-Drucke und Abschriften. Dok. 2 beginnt mit einem lateinischen Brief an Philipp Müller (S. 1–2) und dem Titelblatt des Prodromus mit dem Mysterium Cosmographicum von 1596 (S. 3). Es folgen die maschinenschriftliche Abschrift eines Beitrags aus den „Litterarischen Blättern“ (2. Band, Nürnberg 1803) über Keplers Vorschlag, die Ulmer Maße und Gewichte in einem Messinggefäß zu bewahren (S. 5–6), und Auszüge aus Ulmer Rats- und Religionsamtsprotokollen der Jahre 1620 und 1625 (S. 7–9). Die Datumszeile der Abschrift ist am oberen Bildrand abgeschnitten; lesbar ist „26. Julii Anno 162“ (Dok. 2, S. 6).
- Reproduktionen der Briefe an Philipp Müller. Dok. 6–8, siehe oben.
1.3 Was die Prüfung der Transkriptionen ergab
Die Transkription jeder Seite ist die Lesung von gemini-3.8-flash. Sie steht im Stempel <meta model> der Seiten-XML; Viewer und Faksimile-Edition lesen diese XML. Das Verfahren beschreiben die Editionsgrundsätze in Teil 4.
Die maschinenschriftlichen Register sind vollständig transkribiert. Die im Text zitierten Einträge sind am Faksimile geprüft.
Keplers Handschrift und die deutsche Kurrentschrift der 1930er Jahre bleiben an einzelnen Stellen unsicher. Der Brief Keplers an Philipp Müller vom 16./26. Januar 1630 (Dok. 6, S. 1) und der handschriftliche Brief von 1935 (Dok. 3, S. 22) werden nicht wörtlich zitiert. Am Faksimile von Dok. 3, S. 22 steht „Aloys Wenzl in der hiesigen Kantgesellschaft“; so liest es auch die Transkription.
Einzelne Wörter sind am Faksimile berichtigt (Block berichtigungen): die Unterschrift „Franz Hammer“ unter dem Brief an Caspar, „blamabel“, „Breslau“, „Posen“, die Typoskriptschreibung „Coppernicus“, „Gewisheit“, ein Datum, das auf dem Blatt nicht steht, und eine Randnotiz, wo nur Schrift der Rückseite durchscheint. Die vorigen Fassungen sind erhalten. Im Text zitiert werden nur Stellen, die am Faksimile geprüft sind.
1.4 Streichungen und Einfügungen
Die DTD der Briefseiten (page_letter v4.0) kannte keine Zeichen für Streichungen und Einfügungen. Die Münchner Kepleriana belegen beide am Faksimile: Streichungen (Dok. 2, S. 6; Dok. 3, S. 2) und Einfügungen (Dok. 3, S. 2; Dok. 4, S. 19, wo Hammer über der Zeile „Mainz 1941,“ nachträgt). Für die Version 4.1 der DTD schlagen wir deshalb die Elemente del und add vor. Das Element supplied für Ergänzungen des Bearbeiters an beschädigten Stellen setzten die Lesemodelle zwar ein, aber keine dieser Stellen ließ sich am Faksimile bestätigen; es wird nicht vorgeschlagen.
1.5 Blöcke
Wie viele maschinenschriftliche, handschriftliche und gedruckte Seiten hat jedes der acht Dokumente?
Partitur
---
id: klassen-je-dokument
display: tabelle
duckdb:
- alias: k
path: $PDAI_COLLECTIONS/kepleriana-munich-2024/kepleriana-munich-2024.duckdb
read_only: true
partiturs:
- id: duckdb-read
input:
sql: |
SELECT 'Dok. ' || d.nr AS "Dokument",
count(*) FILTER (WHERE p.class = 'typescript-archival-record') AS "Maschinenschrift",
count(*) FILTER (WHERE p.class = 'handwritten-archival-correspondence') AS "Handschrift",
count(*) FILTER (WHERE p.class = 'early-modern-print') AS "Druck",
count(*) AS "Seiten"
FROM k.pages p JOIN k.docs d ON d.doc = p.doc
GROUP BY d.nr
ORDER BY d.nr
artefacts:
- name: klassen
kind: table
file: klassen.json
oracle:
n_sentences: {min: 8, max: 8}
---
Wie viele maschinenschriftliche, handschriftliche und gedruckte Seiten hat jedes
der acht Dokumente?8 Sätze.
bestandenDer Brief aus Pulkowo mit der Bleistiftnummer 173 (Dok. 3, S. 12) und die Registerseite mit Eintrag 173 (Dok. 1, S. 15).
Partitur
---
id: faksimile-register-173
display: faksimile
duckdb:
- alias: k
path: $PDAI_COLLECTIONS/kepleriana-munich-2024/kepleriana-munich-2024.duckdb
read_only: true
partiturs:
- id: duckdb-read
input:
sql: |
SELECT 'kepleriana-munich-2024' AS collection, p.doc, p.pidx, p.review, p.text,
'Dok. ' || d.nr || ', S. ' || (p.pidx + 1) AS label
FROM k.pages p JOIN k.docs d ON d.doc = p.doc
WHERE (p.doc = '2024-03-14_12-01' AND p.pidx = 11)
OR (p.doc = '2024-03-14_11-53' AND p.pidx = 14)
ORDER BY p.doc DESC
artefacts:
- name: register173
kind: facsimile
file: register173.json
oracle:
n_sentences: {min: 2, max: 2}
---
Der Brief aus Pulkowo mit der Bleistiftnummer 173 (Dok. 3, S. 12) und die
Registerseite mit Eintrag 173 (Dok. 1, S. 15).2 Sätze.
bestandenWelche Lesungen wurden am Faksimile berichtigt, und welchen Prüfstand hat die Seite? Die frühere Fassung jeder berichtigten Seite liegt in der Sammlung unter `pages/page_NNN/history/`.
Partitur
---
id: berichtigungen
display: tabelle
duckdb:
- alias: k
path: $PDAI_COLLECTIONS/kepleriana-munich-2024/kepleriana-munich-2024.duckdb
read_only: true
partiturs:
- id: duckdb-read
input:
sql: |
SELECT 'Dok. ' || d.nr AS "Dokument", c.pidx + 1 AS "Seite", CASE coalesce(p.review, 'machine') WHEN 'verified' THEN 'am Faksimile geprüft' ELSE 'maschinelle Lesung' END AS "Prüfstand",
c.what AS "Berichtigung"
FROM k.corrections c
JOIN k.docs d ON d.doc = c.doc
LEFT JOIN k.pages p ON p.doc = c.doc AND p.pidx = c.pidx
ORDER BY d.nr, c.pidx
artefacts:
- name: berichtigungen
kind: table
file: berichtigungen.json
oracle:
n_sentences: {min: 10}
---
Welche Lesungen wurden am Faksimile berichtigt, und welchen Prüfstand hat die
Seite? Die frühere Fassung jeder berichtigten Seite liegt in der Sammlung unter
`pages/page_NNN/history/`.17 Sätze.
bestanden